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Energiebeschaffung erklärt

Die wichtigsten Begriffe und Fragen rund um den Einkauf von Strom und Gas für Unternehmen – kurz und verständlich beantwortet von der EMS-Gruppe.

Von Manuel Schwendinger, CEO und CTO der EMS-Gruppe · Stand: September 2026

Was ist strukturierte Energiebeschaffung?

Bei der strukturierten Beschaffung kauft ein Unternehmen seinen Strom- oder Gasbedarf nicht auf einmal zu einem Stichtag ein, sondern in mehreren Teilmengen über einen längeren Zeitraum. So verteilt sich das Preisrisiko, und ein einzelner ungünstiger Kauftag wirkt sich weniger stark auf den Gesamtpreis aus.

Voraussetzung ist ein Liefervertrag, der solche Teilkäufe erlaubt, und jemand, der den Markt laufend beobachtet und die Kaufentscheidungen vorbereitet.

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Was ist der Unterschied zwischen Terminmarkt und Spotmarkt?

Am Terminmarkt werden Strom und Gas für einen späteren Lieferzeitraum gehandelt, zum Beispiel für das nächste Kalenderjahr („Cal“), ein Quartal oder einen Monat. Der Preis steht damit heute fest, auch wenn erst später geliefert wird.

Am Spotmarkt wird kurzfristig gehandelt, meist für den nächsten Tag (Day-Ahead) oder sogar innerhalb desselben Tages (Intraday). Spotpreise schwanken stärker, weil sie das aktuelle Wetter, die Einspeisung aus Wind und Sonne und die kurzfristige Nachfrage abbilden.

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Tranchen oder Fixpreis – was passt zu meinem Unternehmen?

Ein Fixpreis sichert den gesamten Bedarf auf einmal ab. Das schafft sofort Planungssicherheit, bindet das Unternehmen aber an das Preisniveau des Abschlusstages.

Beim Tranchenmodell wird der Bedarf in mehreren Schritten gekauft. Das glättet den Durchschnittspreis, braucht aber klare Regeln, wann und in welchen Mengen gekauft wird. Welche Variante passt, hängt vom Verbrauch, von der Risikobereitschaft und vom Budgetprozess des Unternehmens ab.

Was ist ein Einkaufspool für Strom und Gas?

In einem Einkaufspool bündeln mehrere Unternehmen ihren Bedarf und beschaffen ihn gemeinsam nach einer abgestimmten Strategie. Auch mittelständische Betriebe erhalten so Zugang zu einer strukturierten Beschaffung, die sich sonst erst bei sehr großen Mengen lohnt.

Jedes Unternehmen behält dabei seinen eigenen Liefervertrag und seinen eigenen Verbrauch; gebündelt werden Marktzugang, Einkaufszeitpunkte und Know-how.

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Was bedeuten Base, Peak und Lastgang?

„Base“ ist ein Stromprodukt mit gleichmäßiger Lieferung rund um die Uhr, „Peak“ deckt die Stunden mit typischerweise hoher Nachfrage an Werktagen ab. Der Lastgang zeigt, wie viel Strom oder Gas ein Unternehmen in jeder Viertelstunde tatsächlich verbraucht hat.

Aus dem Lastgang lässt sich ableiten, welcher Anteil des Bedarfs sich mit Base- und Peak-Produkten abdecken lässt und welcher Rest kurzfristig über den Spotmarkt ausgeglichen wird. Je besser Lastgang und Beschaffung zusammenpassen, desto geringer sind die Kosten für Abweichungen.

Was sind TTF und EEX?

Die EEX (European Energy Exchange) in Leipzig ist die wichtigste Börse für Strom-Terminprodukte im deutschsprachigen Raum; deutsche und österreichische Strompreise orientieren sich an ihr. Der TTF (Title Transfer Facility) in den Niederlanden ist der wichtigste Handelspunkt für Erdgas in Europa, sein Preis ist die Referenz für viele Gasverträge.

Weil Gaskraftwerke oft den Strompreis setzen, wirken Bewegungen am TTF häufig auch auf die Strompreise.

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Woraus setzt sich der Strompreis für Unternehmen zusammen?

Der Preis auf der Rechnung besteht aus mehreren Teilen: dem Energiepreis, der am Markt entsteht, den Netzentgelten für Transport und Verteilung, Steuern und Abgaben sowie weiteren Aufschlägen des Lieferanten, etwa für Strukturierung, Ausgleichsenergie oder Herkunftsnachweise.

Nur der Energiepreis lässt sich über die Beschaffungsstrategie steuern. Netzentgelte und Abgaben sind reguliert, sollten aber auf der Rechnung trotzdem geprüft werden.

Was prüft ein Vertrags-Audit?

Ein Vertrags-Audit nimmt bestehende Liefer- und Netzverträge sowie die Abrechnungen unter die Lupe. Geprüft werden unter anderem Aufschläge und Handling Fees, Toleranzbänder und Mengenklauseln, Laufzeiten und Kündigungsfristen sowie die korrekte Abrechnung von Netzentgelten und Herkunftsnachweisen.

Ziel ist, Kosten zu finden, die nicht zum tatsächlichen Verbrauch oder zu den vereinbarten Konditionen passen, und Fristen rechtzeitig zu erkennen.

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Was bedeuten CO2-Preis, EU-ETS und CBAM für Unternehmen?

Im EU-Emissionshandel (EU-ETS) müssen Kraftwerke und energieintensive Anlagen für ihre CO2-Emissionen Zertifikate (EUA) vorweisen. Der Preis dieser Zertifikate fließt in die Kosten der Stromerzeugung und damit in den Strompreis ein.

Der CO2-Grenzausgleich CBAM belegt bestimmte importierte Güter, etwa Stahl, Aluminium, Zement oder Düngemittel, mit einem CO2-Preis. Unternehmen, die solche Waren einführen, müssen die enthaltenen Emissionen berichten und dafür bezahlen.

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Was ist ein PPA, und was heißt Direktvermarktung?

Ein PPA (Power Purchase Agreement) ist ein langfristiger Stromliefervertrag direkt zwischen einem Erzeuger, etwa einem Solar- oder Wasserkraftwerk, und einem Abnehmer. Beide Seiten sichern damit einen Preis über mehrere Jahre ab.

Bei der Direktvermarktung verkauft ein Anlagenbetreiber seinen erzeugten Strom über einen Vermarkter am Markt, statt ihn zu einem festen Tarif einzuspeisen. Wie gut sich das rechnet, hängt stark davon ab, zu welchen Tageszeiten die Anlage produziert.

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Was sind Herkunftsnachweise?

Herkunftsnachweise (HKN) belegen, aus welcher Quelle eine bestimmte Strommenge erzeugt wurde, zum Beispiel aus Wasserkraft oder Photovoltaik. Wer „Ökostrom“ bezieht, bekommt diese Nachweise in der Regel vom Lieferanten mitgeliefert und bezahlt sie über einen Aufschlag.

Es lohnt sich zu prüfen, welche Nachweise tatsächlich geliefert werden und ob der Aufschlag dazu passt.

Wie funktioniert Risikomanagement in der Energiebeschaffung?

Risikomanagement heißt, vorab festzulegen, welche Preisschwankungen ein Unternehmen tragen kann und wie darauf reagiert wird: etwa mit Kaufregeln, Preisgrenzen (Limits) oder einem festen Anteil, der frühzeitig abgesichert wird.

Wichtig ist, diese Regeln laufend mit der Marktlage und dem tatsächlichen Verbrauch abzugleichen und die offene Position regelmäßig zu berichten.

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Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?

Wir schauen uns Ihre Verträge, Ihren Lastgang und Ihre Beschaffung gemeinsam an.

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